nachdem ich nunmehr seit einer woche wieder mit dem zug versuche pünktlich meine arbeitsstätte in der kulturhaupstadt zu erreichen und es tatsächlich auch eine woche reibungslos funktioniert hat, kam es dann heute wie aus dem nichts: zu spät. bitte: im moment ist es arschkalt und jede minute zusätzliches warten auf dem bahnsteig in voerde ist gefühlt und wahrhaftig eine ewigkeit. nicht da ich nur auf dem hinweg 15 minuten warten musste, nein der heimwg gestaltete sich ebenfalls schwierig und zwar in doppelter hinsicht. ich musste in essen 20 minuten warten. in essen ist es nicht ganz so kalt, weil der bahnhof ein richtiger bahnhof ist (eben kulturhauptstadt). aber leider wurde dieser gerade renoviert und wie folgt ausgestattet: lecrobag, mcdonald’s, starbucks, kamps und und und. oh mein gott. ich gehe schon immer so knapp, dass ich gar keine zeit habe mich näher mit den marzipancroissants von lecrobag für 1,35 € zu beschäftigen. aber wenn man da so steht friert und hunger hat…. die sind ja auch so gemein, die haben auch läden auf den bahnsteigen installiert!

also bin ich  völlig genervt von kälte, hunger, lecrobag und tinkerbell (pseudonym für einen arbeitskollegen) in den endlich einfahrenden zug eingestiegen und konnte mich nicht auf mein buch konzentrieren, auf dessen inhalt ich gleich noch kurz eingehen werde. im zug sitzend und genervt von kälte, hunger, lecrobag und tinkerbell konnte ich mich nicht auf mein buch konzentrieren, weil ich zu sehr darüber nachgedacht habe, wie ich der frau neben mir freundlich vermitteln kann, dass ihr mp3 player viel zu laut und mir im moment überhaupt nicht nach rihanna songs ist. außerdem habe ich versucht meine nase in der kapuze meines parkers zu vergraben, um dem schweiß-knoblauch geruch zu entgehen den mir der typ gegenüber zuzwinkert. als ruhrpottkind muss ich eigentlich derber sein und meine anliegen wie folgt vermitteln: ey puppie mach die musik lauter, der bahnführer hört nix. mach dat leiser sons hau ich dein eipott gleich aussen zuch. und du stinktier, kuck nich so blöde sondern lass dir von deine omma nomma erklären, wie man sich die zähne putzt und wozu wassa un seife nomma zu gebrauchen sind.  da aber auch wir im ruhrgebiet durch abitur und andere maßnahmen glatt gebügelt sind und uns dieser derben mundart äußerst selten im umgang mit  fremden bedienen habe ich das natürlich nicht getan. wäre ja auch niemandem mit geholfen. aber die ohrmusik, klingeltöne und lauten labereien können einem nach anstrengender büroarbeit gehörig auf die nerven gehen. wer sich öffentlicher verkehrsmittel bedient, weiß wovon ich rede. können die leute sich nicht einfach bei einem buch oder verschiedenen zeitschriften entspannen? ich glaube ich werde alt!

jetzt zu meiner lektüre: wer das ruhrgebiet kennt und auch die derben eigenarten und umgangsformen mag, sollte unbedingt radio heimat von frank goosen lesen. es ist einfach lustig und kurzweilig. wer wissen möchte wie wir ruhrgebietler unsere kindheit in den 70iger und 80ziger jahren verbracht haben sollte ebenfalls dieses buch lesen. und alle anderen auch.

radio heimat

radio heimat

frank goosen

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